Auf dem Marktplatz ist der Asphalt am Dampfen. Sollte der nicht gepflastert werden im Zuge der gigantischen Umgestaltung? Doch. Der Asphalt ist der Untergrund für das spätere Pflaster, und er ist der Abschluss der Arbeiten vor dem Winter. „Pflastern können wir nicht mehr. Ab fünf Grad Celsius und kälter würde die Firma keine Gewährleistung mehr übernehmen“, erklärt Bauamtsleiter Richard Peschel. Der Asphalt macht seine eigene Temperatur. Dampfend wird er vom Bagger breit gezogen, geebnet und dann gewalzt.
Die Sperrung bleibt So hat der Markt über den Winter immerhin eine Asphaltdecke. „Er wird aber trotzdem abgesperrt bleiben, es ist ja weiterhin eine Baustelle“, erklärt Dritte Bürgermeisterin Elke Protzmann (FW), die für das Baureferat zuständig ist.

Erfreulich finden Peschel und Protzmann gleichermaßen, dass die Arbeiten mit der jetzt aufgebrachten Asphaltdecke weiter vorangebracht werden konnten als geplant. „Wir sind mit der Baufirma aus Sonneberg sehr zufrieden“, lobt denn auch Richard Peschel. Auch die gute gegenseitige Abstimmung mit den Stadtwerken, die allerhand an Leitungen und Rohre in den Untergrund des Marktplatzes verlegen mussten, habe dazu beigetragen, dass die Arbeiten jetzt vor dem Zeitplan liegen – und auch im Rahmen des gesteckten Budgets.
Jetzt heißt es abwarten. „Sobald die Witterung es zulässt, geht es weiter“, versichert Richard Peschel. Das könne auch im Februar sein – oder erst viel später, wenn der Winter nicht weichen will. Daher ist er froh, dass heuer schon mal ein schönes Zeitpolster herausgeholt werden konnte.

Bei aller Neugestaltung kann der Markt nicht ganz ohne Gefälle wieder hergestellt werden. Die Rampe, die vom Glockenberg herunter zu den künftigen Parkplätzen führt hat sogar neun Prozent Gefälle. „Das ist für den Innenstadtbereich schon Obergrenze“, sagt Richard Peschel. Aber es gibt auch ein Mindestgefälle, nämlich drei Prozent, das vorausgesetzt wird, damit Wasser zügig abfließen kann. „Und schließlich müssen ja alle Hauseingänge rund um den Markt auch wieder passen“, betont Elke Protzmann.

Wo in den vergangenen Wochen noch gepflastert werden konnte, fallen einige große Lücken im Pflaster auf. „Dort kommen die Bäume hin“, erklärt Elke Protzmann und kann sich schon vorstellen, wie dort später bei Festen eine Art Biergartenbetrieb aufgebaut werden kann. In den Boden eingearbeitete Leuchten werden dann ein Übriges tun, um auf dem gesamten Platz für eine besondere Stimmung zu sorgen. „Mit der Beleuchtung am Rathaus und der Kirche zusammen, wird das Licht ein wichtiges gestalterisches Element sein“, ist Elke Protzmann überzeugt – auch wenn nicht ganz so viele Leuchten verbaut werden, wie die Lichtplaner sich gewünscht hätten.

Läuft nach dem Winter alles so gut weiter, wie in diesem Jahr, dann ist Richard Peschel zuversichtlich, dass der Marktplatz im September 2021 fertig sein kann.
Und dann fällt ihm doch noch etwas ein, was in diesem Jahr noch voran gebracht werden kann. Die Zufahrt vom Glockenberg herunter wird nämlich noch etwas abgetragen, um sie an die Fortsetzung mit der Rampe auf dem Marktplatz anzupassen. Dann ist aber endgültig Pause für die Arbeiter. Auch für die Anwohner, die „von den Arbeiten schon ganz schön gebeutelt sind“, wie Elke Protzmann feststellt. Doch dafür wohnen sie nach den ganzen Strapazen direkt an einem Marktplatz, der nach Ansicht der Planer einer der schönsten in der ganzen Region sein wird.

Rainer Lutz, CT

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